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Hans-Josef Eyrisch
Gedicht&Poesie
Musik "Ohneend"
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Sie nannte ihn gefühllos,

einen kalten,unbehauenen Stein.

Obwohl sie keinen Plan hatte,

setzte sie ihren Meisel an,

um ihm eine Form zu geben.

Ihre Familie und besten Freunde

reichten ihr das nötige Werkzeug.

Doch ihr fehlten die Grundkenntnisse

von der Beschaffenheit des Steines,

vom richtigen Werkzeug und der Handhabung.

Für kurze Zeit überkamen sie Zweifel,

fast hätte sie einen Fachmann gefragt.

Doch da reicht ihr der Vater den Vorschlaghammer und den Keil.

Man verklagte den Lieferanten des Steines,

den Hersteller der Werkzeuge,

und am Ende den Stein selbst.                                 (Hans-Josef Eyrisch)



Der Mensch baut gerne große Brücken,

"Unmögliches"zu planen,bereitet ihm Entzücken.


Zwei Punkte sollen sich schnell verbinden,

damit die Menschen zueinander finden.


Holz,Steine oder Metall werden montiert,

technische Hochleistungen damit vollführt.


Ja,Brücken die man sieht,die baut man gern,

Brücken die man braucht,die hält man fern.


Man schüttelt Menschen täglich die Hand,

trotzdem leben die meisten in einem "fernen" Land.


Ein Land das keine sichtbaren Brücken erreicht,

weil täglich der Mensch vom Menschen weicht.


Trotz gemeinsamer Sprache versteht man nicht,

was der eine zum anderen spricht.


Schon in Babylon war dies ein Fluch,

die Strafe für einen"Himmelstürmenden"Versuch.


Am Schluss treibt es Menschen auf reale Brücken,

um der inneren Einsamkeit zu entrücken.                           (Hans-Josef Eyrisch



Nun stehst du alleine in der Arena des Lebens,

auf die Hilfe von außen wartest du vergebens.

Es scheint es haben Kaiser und Volk den Daumen gesenkt,

das Interesse der Raubtiere dadurch voll auf dich gelenkt.


Eine eigene Meinung zu haben in der heutigen Zeit,

reicht schon zur Erregung von Missgunst und Neid.

Diese Meinung auch noch zu leben und zu vertreten,

wird so ausgelegt als würdest du fremde Götzen anbeten.


Menschen,die du einst geliebt und verstanden hast,

verstehen dich nicht mehr,sehen dich an als Last.

Aus den Verstecken beobachtet man dich nun ganz genau,

ans Messer liefert dich jeder,egal ob Mann oder Frau.


Gefesselt in den Katakomben bist du nich allein,

stellst fest,dass äußere Ketten können kein Hindernis sein.

Deine Seele und deine Worte dringen durch die dicksten Wände,

lächelnd erkennst du,dass der Tod bedeutet nich das Ende.


"Lasst die Spiele beginnen,gebt dem Volk genug Brot."

Jeder Imperator wusste geschickt abzulenken von der aktuellen Not,

für kurze Zeit stehen die"Todgeweihten"im Mittelpunkt des Lebens,

wer durch Zuschauen auf Unsterblichkeit hofft,der wartet vergebens!                    

(Hans-Josef Eyrisch)